Dienstag, 12. Januar 2016

Babyausstattung - was brauche ich denn nun wirklich als junge Mutter / Vater - junge Eltern? (Achtung, Werbung anbei!)

Das ist hier zwar kein Mamablog, da ich aber gerade in letzter Zeit immer wieder mal gefragt wurde, ob man Dieses und Jenes tatsächlich als Babyausstattung haben muss, habe ich mir gedacht, ich liste mal auf, was man tatsächlich braucht und was nicht (aus meiner eigenen persönlichen Sicht und meinen Erfahrungen als 3fach-Mutter und für den schmalen Geldbeutel).

Babykleidung

10 Bodys
10 Oberteile (Tshirts, Pullover)
10 Strampler oder Hosen
5-6 Strumpfhosen
10 Paar Söckchen
Schühchen oder dicke Frotteesocken
4 Schlafanzüge
mind. 1 Jacke und Mütze mit Tuch/Schal
Schneeanzug im Winter
Moltontücher zum Unterlegen im Kinderwagen oder Kinderbett
Spucktücher (solche großen dünnen Baumwollwindeln) oder Sabberlätze
Pucktuch oder kleine Wolldecke – mit einer Wolldecke kann man auch Schreikinder oder unruhige kleine Geister einpucken
Windeln – Wegwerfwindeln sind tlw. teuer, Baumwollwindeln verursachen Arbeit ;)

Warum schreibe ich soviele auf? Wir hatten z.B. drei verschiedene Kinder: 1 Kein-Spuck-Kind, 1 Schwall-Spuck-Kind und 1 Speikind. Unser Gummibärli hat alles in Fontänen wieder ausgespuckt, da ist die Kleidung oftmals verschont geblieben. Unser Würmchen hat aber tatsächlich sich selbst immer wieder bespuckt, da half auch kein Spucktuch, so dass wir sie oftmals 4-5x am Tag umziehen mussten.

Wohnungs- und Haushaltssachen für´s Baby

Babybett inkl. Matratze mit Bettwäsche, anfangs würde auch ein Schlafsack statt einer Decke ausreichen. Ich empfehle noch eine wasserfeste Unterlagen unter dem Laken, dann wird die Matratze nicht so schmutzig beim Spucken o.ä.

Kinderwagen mit Decke (Wintersack) oder – wie wir genommen haben – ein großes Kopfkissen als Decke (hier eignet sich auch ein Kombikinderwagen gut und wer einen Neuen haben möchte, fragt mal nach Ausstellungsstücke in den Baby- und Spielzeugläden, die sind oftmals preisreduziert), im Sommer noch mit Schirm oder Sonnensegel. Eine Wickeltasche oder eine andere Tasche, wo man Windeln&Co. für unterwegs verstaut, sollte man dabei haben.

Autositz, wenn man ein Auto hat – die Babyschalen gibt es oftmals auch im Angebot

Platz, wo das Kind gewickelt wird mit:
Windeln, feuchten Tüchern (sofern man keine Waschlappen nimmt), Creme für den Popo im Notfall (hier empfehle ich immer wieder gerne für den wunden Popo Calendula von Weleda – Achtung Werbung!), Babyöl zum Baden (hier geht auch Olivenöl)

Babybadewanne – hier gibt es oftmals in diversen Supermärkten schöne Sachen, wo auch passend dazu Töpfchen und Höckerchen oder Kindersitz für die Toilette passen. Dazu natürlich Handtuch und Waschlappen, ggfs. 1-2 kleine Spielsachen

Spielzeug – das muss gar nicht viel sein für den Anfang, eine Rassel, ein kleiner Greifball, ein gebasteltes Mobile

Babyphone: wenn man in einer kleinen Wohnung wohnt, braucht man keines, dann hört man das Kind auch so (früher ist man auch ohne ausgekommen). Wenn man aber in einer größeren Wohnung oder über mehrere Etagen wohnt oder vielleicht auch einen Garten an der Wohnung/Haus hat, ist so ein Babyphone nicht schlecht.

Flaschen & Nuckel: Schnullis sollte man für den Anfang da haben, auch mit ins Krankenhaus nehmen. Wir hatten für die 2 Kleinen immer Schnullis da. Gummibärli hat keinen Schnuller genommen, das Würmchen umsomehr. Wir hatten versucht, Würmchen auch ohne Schnuller aufwachsen zu lassen, Pustekuchen, ging nicht.
Milchflaschen sind (K)ein Muss. Ich hatte immer welche da und war froh drüber, denn ich konnte nicht wirklich Stillen (jetzt kommt mir nicht damit, dass Jeder stillen kann. NEIN, kann nicht Jeder stillen und nun Punkt, das ist ein anderes Thema.). Wer stillt, kann damit dann aber auch mal abgepumpte Milch vom Mann oder Geschwisterlein geben lassen. Hierzu benötigt man dann aber auch eine Milch- (hand-)Pumpe. Flaschen gibt es unzählige auf dem Markt. Wir hatten die Antikolik-Sauger nebst Flaschen von Avent (Achtung Werbung!), aber bei der großen Motte hatte ich Milchflaschen von Rossmann&Co. Die waren genauso gut! Übrigens wäre hier für unterwegs eine Überlegung wert, ob man eine Isoliertasche (Wärmebehälter) für die Flaschen erwirbt, da man dann schon fertige Milch mitnehmen kann für unterwegs. Eine andere Variante sind Milchpulverportionierer und eine Thermoskanne mit heißem Wasser+kalten Wasser, so dass man unterwegs anrühren/-schütteln könnte.
Natürlich braucht man dann auch Anfangsmilch, wenn man nicht stillen möchte/kann. Ich kann nur von mir sagen, dass Milasan und Bebivita (Achtung Werbung!) sehr gut waren, wir brauchten keine teure Markenprodukte. Nur beim Würmchen haben wir immer mal experimentieren müssen, da sie wirklich immer wieder alles ausgespuckt hat. Heute sage ich auch, HA-Nahrung muss nicht sein. Es ist bis heute nicht erwiesen, dass HA-Nahrung besser bei allergen-vorbelasteten Eltern ist oder nicht! Sie ist nur teurer ;)

Medikamente – hier scheiden sich die Geister, ob man die pflanzliche oder chemische Medizin nutzt, aber auf jeden Fall sollte ein Fieberthermometer vorhanden sein. Wir hatten ansonsten immer da:
Kümmelöl – gegen Blähungen
Saab Simplex oder Lefax – gegen Blähungen (schreibt der KiA)
Viburcol-Zäpfchen zur Beruhigung – haben bei unseren Kindern nicht geholfen
Paracetamol-Zäpfchen für Fieber & Schmerzen (verschreibt der KiA)
Chamomilla-Kügelchen – beim Zahnen sehr nützlich (Osanit auch)
Arnica-Kügelchen – eher für später, hilft bei Schmerzen, wenn man sich wehgemacht hat
Nasentropfen (verschreibt der KiA)
Nachsorgehebamme - die kann man in der Umgebung suchen, oftmals kennen auch die Frauenärzte welche (die Kosten übernimmt die Krankenkasse)

Was braucht man nicht
Beistellbett – hatte ich nie, brauchte ich nie. Nimmt Platz weg und zur Not kann das Kind auch im Elternbett mitschlafen. Unsere Kinder haben alle anfänglich in ihrem eigenen Kinderbett im Schlafzimmer geschlafen, ehe sie in ihr eigenes Zimmer umgezogen sind.

Wiege oder Stubenwagen – sieht natürlich toll aus, muss man aber nicht haben, vor allem wenn der Platz nicht ausreicht.

Stillkissen – hatte ich zwar, war mir persönlich aber zu unbequem. Man kann auch große Kopfkissen oder Sofakissen nehmen

Laufgitter – hatte ich nur für die große Motte, da war sie genau 1x drin. Ansonsten kann man Türgitter an die Zimmertüren anbringen oder im Notfall das Kind auch mal ins Babybett legen / setzen / stellen.

Krabbeldecke – es gibt wunderschöne Babykrabbel- und Spieldecken. Sind aber kein Muss. Man kann auch eine oder zwei einfache Wolldecken nehmen und auf den Boden legen zum Spielen oder Gegend erkunden.

Heizstrahler – Wer eine zugige Altbauwohnung hat, könnte überlegen, ob er sich so ein Ding zulegt. Wir brauchten (trotz Altbauwohnung bei der großen Motte) nie so etwas. Unsere Zimmer waren immer gut geheizt.

bestimmte „Windeleimer“ - wozu? Unser kleiner Badeimer reicht bis heute noch aus. Auch die Stinkewindeln hat er gut abgeschlossen, noch dazu gibt es Einsatztüten mit Geruch. Da er kleiner ist, haben wir ihn auch öfters geleert in die Mülltonne im Garten und da riechen wir nix draus ;)

extra Wickeltisch – Wer den Platz und das nötige Kleingeld hat, kauft ihn bitteschön, sieht ja auch toll aus. Allerdings habe ich bisher nie einen Wickeltisch gekauft. Für die große Motte haben wir einen breiten Schreibtisch gekauft, da kam die dicke Wickelauflage drauf. Für die 2 Kleinen hat der Opa uns ein Holzteil gefertigt, welches wir auf den Trockner gestellt haben. Darauf kam dann die Wickelauflage. Die Cremes, Windeln&Co. kamen in ein Fach im Badezimmerschrank. Wenn man absolut kein Geld oder Platz hat, kann man das Baby auch auf dem Bett oder auf der Couch wickeln.

Wippe / Babyhochstuhl: Hier bin ich mir selbst nicht so schlüssig. Wir hatten eine Wippe, die ganz praktisch war zum Füttern von Brei. Manche Eltern haben so einen Hochstuhl, wo das Baby von Anfang an drin liegen kann. Praktisch ist so etwas schon (man kann das Kind auch auf dem Schoß liegend/sitzend füttern).

Tragetuch oder Babytrage: muss man nicht haben. Wenn man Geld über hat, ist es sicherlich was Feines, aber es gibt auch Babys, die mögen das gar nicht. Gummibärli hat es gar nicht gemocht, das Würmchen ist im Tragetuch ruhiger geworden. In die Trage wollten sie beide nicht.

Milchaufwärmer: muss man nicht haben. Wir hatten zwar immer mal wieder einen, aber ich muss sagen, da war ich schneller mit heißem Wasser im Messbecher, Flasche rein zum Aufwärmen.

Babywaschmittel: muss man nicht haben. Wir haben bisher immer mit unserem normalen Waschmittel alles gewaschen ;)

Nochmal zum Verständnis: diese Auflistung ist für Eltern gedacht, die es finanziell nicht so gut haben (und wahrscheinlich umso verunsicherter sind, wenn sie manche Listen sehen, was man alles haben muss). Kinder können kommen, wann sie möchten, ob sie gewollt sind oder nicht. Es wird abgewägt, bekommen wir das Kind oder nicht und oftmals sind hier die finanziellen Aspekte der ausschlaggebende Punkt für eine Abtreibung (über andere Sachen möchte ich gar nicht nachdenken).

Für alles oben Aufgelistete gilt: Ihr könnt das auch ruhig gebraucht kaufen. Wenn das Gebrauchte in einem ordentlichen und sauberen Zustand ist, spricht überhaupt nichts dagegen. Im Gegenteil: gerade bei der Kleidung sind die chemischen Stoffe rausgewaschen und dennoch nicht oft getragen, weil Babys wachsen ja bekanntlich schnell. Wenn es Eltern, Freunde, Familie gibt, können die auch viel dazu beitragen, für den Anfang alles zusammen zu tragen.

Wenn Euch Lesern noch etwas einfällt, was hier auf die Liste muss, schreibt es mir in den Kommentaren doch rein, dann ergänze ich sie gerne!

Was sind Eure Erfahrungen? Was brauchtet Ihr unbedingt, was nicht?

videoEure Ivi

PS. sorry für den langen Beitrag ;) Aber irgendwie kam immer noch mehr dazu :) Ich habe – abgesehen vom Thema Milch(flaschen) – von Markennamen abgesehen, da hier jeder individuell entscheiden muss, was ihm gefällt und was nicht!


Kommentare:

  1. Liebe Ivi,

    danke für deinen Artikel.

    Spannend. Wir hatten zwar finanziell nicht den Zwang zu sparen, sind aber dennoch mit vielen Gedanken an unsere persönliche Erstausstattung rangegangen.

    Bei Tragetuch und Tragehilfe stimme ich dir voll zu - nicht jedes Kind mag in jede Trage. Klar. Und bei uns Erwachsenen ist es das Gleiche. Deshalb haben wir in eine Trageberatung investiert als unser Zwerg da war. Zusammen mit der Anschaffung war das deutlich günstiger als ein Kinderwagen mit Zubehör.
    An denen hatte mich abgeschreckt, dass alle irgendwie komisch gerochen hatten, als ich im Kaufhaus den Kopf hineingesteckt hatte - manche sogar schon aus der Ferne ... und so viele Eltern wie mir beim Spazieren schon einhändig Kinderwagenschiebend mit Baby auf dem Arm entgegengekommen sind, bin ich froh so entschieden zu haben.

    Da die Empfehlung ist die Beikost erst mit dem Sitzen zu beginnen hatten wir auch keine Wippe und keinen Aufsatz.

    Kind hat von Anfang an bei uns geschlafen - kein Kinderbett versperrte irgendeinen Weg. Und das nächtliche Aufstehen entfällt.

    Statt einem Laufstall wurde die Wohnung von unten nach oben einfach immer kindersicherer. Ist irgendwann eh unumgänglich.

    Und bei den Klamotten hab ich es ganz ähnlich gemacht wie du.

    Ich find - viele "Anschaffungsgegenstände" kann man wirklich dann kaufen, wenn man sie braucht. Nach der Geburt fragt ja vielleicht dann doch auch noch jemand nach einer Geschenkidee.

    Kindersitz war uns noch wichtig für die erste Fahrt nach der Geburt... wobei ich da mit der Beratung im Kaufhaus nicht so zufrieden war und dann wertvolle Infos bei den Zwergperten fand.

    Auf jeden Fall gut, dass du darauf hinweist, dass dieser viele Konsum der angeblich notwendig sei gar nicht so wichtig ist. Lieber ein wenig Geld auf Seite legen, falls nach der Geburt doch was ist und man ein Familienzimmer möchte ... oder die Zuzahlung für einen Osteopathen ansteht ... oder eine Stillberatung ;) ... ein wenig Geld wird man irgendwo ausgeben - aber manchmal hat man den Eindruck, dass man alles haben MUSS :D

    So ... jetzt ist mein Kommentar fast nochmal so lang. Sorry :D Ich schreib immer so viel. *grins*

    Herzlichen Gruss,
    ~Tabea

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    1. Liebe Tabea,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar - keine Sorge ich schreibe auch immer lange Texte ;)

      Für viele Menschen mag mein Artikel vielleicht altmodisch klingen, ich bin auch ein wenig altmodisch, gebe ich offen zu, aber wie Du schon schreibst, sind oftmals Sachen, die angeschafft werden, weil diese gerade "in" sind oder "der hat das aber auch".

      Kinderwagen und Wippe und später Hochstuhl (hatten wir auch nicht von Anfang an) sind bei uns der Knackpunkt, weil ich mit meinem Rücken nicht viel bzw. lange tragen kann. (hab da schon OP´s hinter mir)

      Mit dem Schlafen ist ja auch so ein (heikles) Thema. Unser Bett gehört uns - abgesehen vom morgendlichen Kuscheln oder 40 Fieber - unsere Kinder haben fast nie bei uns geschlafen, von sich aus nicht. Ihr eigenes Bett war ihre Ruhezone und das besser als im Elternbett (oder Kinderwagen).

      Ich danke Dir!

      LG Ivi

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